Walpurgisnacht
Kreide auf Papier, 45x57 cm, rechts unten signiert und betitelt
In Privatbesitz in Böckten BL
Es wäre schwer wenn nicht gar unmöglich, auf den Titel dieser Zeichnung zu kommen, stünde er nicht von Baslers eigener Hand hingeschrieben unten rechts auf dem Rande des Blattes! Dieses verklärte Wesen mit dem Heiligenschein inmitten von antiken Säulen vor der Kulisse eines Schneeberges fast wie des Fujiyama soll eine Hexe an der Walpurgisnacht sein?
Nein! Eine Hexe ist das natürlich nicht. Aber Basler-Kopp hat hier wieder einmal eine seiner ungewöhnlichen Kameraeinstellungen gewählt: Er zeigt uns zwar im Hintergrund den Brocken, wo unter einer schwarzen Wolke die wirkliche Walpurgisnacht stattfindet, die vordergründige Szene allerdings scheint uns eine Darstellung der Vision Fausts zu sein, der „… ein blasses, schönes Kind allein und ferne stehen …“ sieht und bekennen muss, „… dass sie dem guten Gretchen gleicht.“ Basler-Kopp erzählt aber durch seine Darstellung, so interpretieren wir sie, die Geschichte gleich noch zu Ende, fasst in der Vision den Moment der Walpurgisnacht mit dem Schluss des Dramas zusammen, indem er die Gestalt, ausgezeichnet mit der Gloriole, als bereits in die Schar der Heiligen aufgenommen darstellt.
Unterstützt wird diese unsere Interpretation durch die
von Basler-Kopp zu dieser Zeichnung angefertigte kleine Skizze. Diese zeigt
das zierliche Wesen, die Erscheinung Gretchens, hier stehend zwischen
Bäumen, mit klar erkennbaren Flügeln, die der Gestalt definitiv das Aussehen
eines Engels und damit ihr und der ganzen Komposition schon fast das
Aussehen eines sakralen Gemäldes verleihen.