Schmied Völund
Pastellkreide auf Papier, 21.3x27.5 cm, signiert links unten, mit
Bleistift: "Basler"
Seit 2006 im Besitz des Kunstmuseums Luzern
Das in dieser Zeichnung dargestellte Motiv stammt aus der nordischen Mythologie, aus der Edda. Es dürfte sich aller Wahrscheinlichkeit nach um die in der Ausstellung von 1931 gezeigte, damals bereits in Privatbesitz befindliche Zeichnung "Schmied Völund" handeln. Im deutschen Sprachgebrauch ist diese Sage, die eine Art Vorgeschichte zur Nibelungensage darstellt, besser bekannt unter dem Titel "Wieland der Schmied".
Schmied Völund und seine beiden Brüder treffen auf drei Schwanenmädchen und heiraten diese. Nach neun Wintern verschwinden die Frauen aber, um über Kämpfe zu entscheiden, denn sie sind Walküren. Während seine Brüder sich auf die Suche nach ihnen machen, bleibt Völund daheim und schmiedet kostbare Ringe. Als König Nidud davon erfährt, lässt er ihn gefangen nehmen und ihm die Kniesehnen durchschneiden. Völund muss nun für Nidud in einer Schmiede auf einer Insel arbeiten. Als eines Tages die beiden jungen Söhne Niduds vorbeikommen, um Schmuckstücke zu betrachten, schlägt Völund ihnen mit dem Deckel der Truhe die Köpfe ab und macht Trinkschalen daraus, die er dem Königspaar schickt. Als Niduds Tochter Bödvild mit einem zerbrochenen Ring zu ihm kommt, macht er sie betrunken und vergewaltigt sie, woraufhin er sich mit selbst angefertigten Flügeln in die Luft erhebt und Nidud von seinen Rachetaten berichtet. (Quelle: Reinhard Hennig, Überbruck 43, 95168 Marktleuthen; http://www.wikinger.org/)
Basler bekam, vermutlich Ende der Zwanziger-/anfangs der Dreissigerjahre, von der Redaktion des "Kunstwart" ein Gedicht "Königsgaben" einer jungen Westfälin zur Illustrierung. Die Sache freute und reizte ihn offenbar, die Dichterin war jedenfalls nachher von der Zeichnung so sehr beglückt, dass sie den schönsten Dankesbrief nach Luzern schrieb. Die junge Frau, Ingeburg Isolde Brüggemann, die später einen gewissen Bekanntheitsgrad als Autorin und Bearbeiterin von Märchen und Märchenbüchern erlangte, war später in jedem Herbst, manchmal auch über Weihnachten oder über Neujahr Gast Basler–Kopps und seiner Frau. Das Gedicht und die zugehörige Zeichnung sind leider verschollen. Das Bild "Schmied Völund" gelangte durch Schenkung zuerst zu ihr nach Erlangen und nach ihrem Tod 1988 durch Erbschaft in den Besitz eines Neffen in Köln. Dieser bot es aus Platzgründen im August 2006 dem Kunstmuseum Luzern zum Kauf an.